Anliegen der Initiative


Der Schwerlastverkehr auf der L07 in Kummer und Warlow hat das erträgliche Maß längst überschritten.
Kolonnen von 40-Tonnern donnern Tag für Tag und vor allem auch Nacht für Nacht nur wenige Meter von unseren Wohnungen entfernt durch unsere einstmals ruhigen Dörfer.

Die Straße duch unsere Dörfer ist für den Schwerlastverkehr völlig ungeeignet, und inzwischen auch völlig ruiniert. Einst gebaut für Fahrzeuge bis maximal 15 Tonnen, dann zur Landesstraße umgewidmet, wird sie heute zur Rennstrecke für schwere LKW bis 40 Tonnen und mehr. 
 
Der Straßenzustand wurde im Februar und März 2010 von Herrn Witte aus Kummer in aktuellen Fotos festgehalten. Diese Fotomappe ist unter Dokumente als Downloads einsehbar.

Ein Großteil des Schwerlastverkehrs vor unserer Haustür besteht aus sogenanntem Mautausweichverkehr, also LKW, die die Autobahn A24 umgehen, um die seit 2005 geltende Autobahnmaut zu sparen. Der offensichtlichste Teil dieses Verkehrs besteht aus osteuropäischen Container-LKW, die in Kolonnen besonders nachts die B5 von und nach Hamburg nutzen, um anschließend durch Mecklenburg in Richtung Stettin und weiter Richtung Osten zu fahren. Die "Nordroute" für den Osteuropaverkehr in Richtung Stettin nutzt dafür die Abkürzung von der B5 zur B191 via Kummer und Warlow unter Umgehung von Ludwigslust.

Die Anwohner unserer Dörfer leiden seit Jahren, besonders aber in den letzten Monaten, zunehmend unter diesen Verhältnissen. Die Lärmbelastung ist unerträglich, die Gefährdung offensichtlich. 

Viele von uns wollen etwas gegen diese Zustände unternehmen, jedoch kann der Einzelne relativ wenig ausrichten. Daher war die Gründung eines Aktionsbündisses gegen den Schwerlastverkehr notwendig.
Am 04.03.2010 wurde aus einer bereits länger bestehenden "Arbeitsgruppe gegen Mautfluchtverkehr" heraus die Bürgerinitiative (BI) gegen Mautausweichverkehr auf der L07 Warlow/Kummer gegründet. Die BI hat 30 Gründungsmitglieder, überwiegend Anlieger der L07 aus den Dörfern Kummer und Warlow. 

Die BI beabsichtigt, den zunehmenden Unmut der Anwohner in gezielte Aktionen umzusetzen.
Wir wollen erreichen, daß die Verkehrsbelastung durch schwere LKW drastisch reduziert wird.
Unsere Dörfer sollen wieder lebenswert werden.

Dazu streben wir die Sperrung der Landesstraße 07 zwischen der B5 und der B106 für den Schwerlastverkehr an. Dies soll geschehen durch ein Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen auf der Grundlage von §45 StvO (verkehrsrechtliche Anordnung) mit der Begründung, dass die Straße aus baulichen Gründen nicht für den Schwerlastverkehr geeignet ist. Alternativ könnte das gleiche Ziel erreicht werden mit der Begründung des hohen Anteils an Mautausweichverkehr, der besonders in den Nachtstunden bis 100% erreicht.

Sollte auf dem Weg des Antragsverfahrens (Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung nach §45 StvO) keine Lösung erreichbar sein, muß der "Druck von der Straße" verstärkt werden. Dazu wird es Aktionen geben müssen, die unserem Anliegen fortdauernde Aufmerksamkeit sichern und den Verkehrsfluß immer wieder stören, so daß die Attraktivität unserer Straße für die Spediteure drastisch sinkt. Wer als Schwerlast-LKW in unsere Straße einbiegt, darf nicht damit rechnen, ungestörte Durchfahrt zu haben!
 
Dass etwas erreichbar ist, haben uns die Bürger von Lauenburg eindrucksvoll demonstriert. Unter dem Slogan "Lauenburg reicht`s" haben die Lauenburger soviel Druck gemacht, daß am 03.03.2010 von Verkehrsminister Jost de Jager in Kiel ein Durchfahrtsverbot durch Lauenburg für LKW ab 12 Tonnen (tags und nachts!) angeordnet worden ist. Leider aber warten die Lauenburger immer noch auf die Umsetzung dieser Ankündigung.

Auch in Westmecklenburg gibt es zunehmende Widerstände gegen den anwachsenden Schwerlastverkehr, besonders auf der B5. Die Initiative der Anliegergemeinden der B5 gegen Mautausweichverkehr tagt regelmäßig in Redefin und bemüht sich um tragfähige Verkehrskonzepte zur Reduktion der Verkehrsbelastung insbesondere durch den Schwerlastverkehr durch Mautflucht auf der B5. Informationen aus Redefin finden sich auf folgender Site: htpp://sites.google.com/site/mautpreller/news 
Wir sehen uns als BI Warlow/Kummer als Teil des wachsenden Protests, und streben eine Vernetzung der Initiativen der Region zum gemeinsamen Nutzen an.

Neben kurzfristig erreichbaren Sperrungen von Straßenabschnitten für den überregionalen Schwerlastverkehr müssen wir gemeinsam erreichen, daß langfristig sinnvolle Verkehrskonzepte entstehen, die den Mautausweichverkehr verhindern, ohne die regionalen Verkehrsströme zu stark zu belasten. Die Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen ist nur eins dieser Instrumente der Steuerung, selbst wenn es gegenwärtig (Juni 2010) so scheint, als würde die Mauteinführung präferiert.
 
Jedenfalls wurde dank des andauernden Druckes insbesondere aus dem Redefiner Aktionsbündnis, an dem unsere BI beteiligt ist, durch Herrn Minister Schlotmann ein Antrag auf Bemautung der B5 im Abschnitt M-V gestellt (SVZ vom 08.06.2010, http://www.svz.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/artikeldetail/article/111/lkw-maut-auch-auf-bundesstrassen.html ). 
 
Gezielte Durchfahrverbote für den überregionalen Schwerlastverkehr können aus Sicht der BI am schnellsten und effektivsten die Belastung der Bevölkerung senken. Dies würde außerdem die Belastung der heimischen Spediteure vermeiden. Daher bleibt dies gegenwärtig das Hauptziel unserer BI.
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